Mayerlrampe am Großglockner

Posted: 27th Oktober 2014 by Manuel in Berge, Bergtouren, Großglockner

„Klassisch EIS und Stein“

Schon mit einem Freund war ich im Frühjahr am Glockner und wollte die Mayerlrampe klettern. Allerdings war die Hochalpenstraße nicht auf. Der Weg über die Stüdlhütte und dann über das Teischnitzkees und dann die Glocknerscharte hoch um dann. Ob der Verhältnisse haben wir es dann nicht gemacht, wir sind dann die Grögerrinne hoch und haben die letzte Seillänge der Mayerlrampe gemacht. Und dann sind wir wieder runter zur Stüdlhütte. Irgendwie war es uns nichts….

Sie war also noch zu machen… ich wollte das nicht auf mir sitzen lassen. Ich suchte Teilnehmer für diese Unternehmung, da mein Spetzl Stefan leider gesundheitlich verhindert war. Und so ergab es sich, dass Thomas, den ich auf Fachübungsleiterlehrgang kennengelernt habe, und ein Freund von ihm Zeit hatten.

Ich fuhr am 2.10.14 runter nach München und übernachtete bei Thomas. Um 4 Uhr am 3.10. fuhren wir Richtung Großglockner. Dort kamen wir kurz nach 7 Uhr an.
Wir sortierten unsere Sachen, packten die Ausrüstung zusammen und gingen los. Über die Pasterze folgten wir dem Zustieg zum Hofmannsweg, diesen nahmen wir und machten es uns schwieriger als es sein musste und gelangten so über Schroffen und Bänder das linke untere Ende des Klocknerkees. Immer wieder purzelten Steine den aperen Teil des Gletschers herunter, was den Zustieg nicht ungefährlich machte.
Aus diesem Grund sicherten wir die Steinschlag gefährdeten, steilen, aperen Abschnitte des unteren Gletschers mit Seil und Eisschraube. Wir hatten ja auch alle Zeit der Welt.
Mit zunehmender Höhe wurde der Schnee mehr. Wir traversierte schnell unter den Abbrüchen den zerrissenen Gletschers um aus der Gefahrenzone der Seracs zu kommen.
Gesichert als Seilschaft spulten wir uns bis zum letzten steilen Aufschwung des Gletschers hoch. Dort legten wir das Seil weg, da nicht gesichert werden konnte. Hier war die Abwägung Spaltensturz / Absturzgefahr / Mitreißgefahr zu treffen. Daher die Entscheidung Seil weg.
Nach dem steilen Stück legten wir wieder das Seil an (Spaltensturzgefahr) und gingen das letzte Stück bis zum Glocknerbiwak. Ein wirklich sehr schönes, gemütliches Biwak mit einer herrlichen Aussicht.
Wir machten uns etwas zu Essen und machten ein Mittagsschläfchen. Gegen 14 Uhr machten sich Thomas und ich auf den Weg um den Zustieg zum Einstieg zu spuren und die Verhältnisse zu checken, damit wir am nächsten Morgen in der Dunkelheit nicht so schwer haben.
Es waren tolle Verhältnisse. Super Trittfirn, super Eis. Wir freuten uns auf den nächsten Tag. Zurück am Biwak (17 Uhr) kamen immer mehr Gäste. Zwei Italiener gesellten sich zu uns. Sie hatten den selben Plan. Ein Bergführer mit seiner Frau und zwei, wie es uns schien Bergführeraspiranten füllten das Biwak.

Nach einer unruhigen Nacht, es heißt ja nicht umsonst Biwak, standen wir gegen 4:00 Uhr auf. Ich möchte aber noch das Wort Biwak definieren. Im Buch „Stoneman“ von Robert Steiner las ich folgendes:

„Nun zum Kochrezept. Was braucht man, um ein Biwak zu
bauen? Die wesentlichen Bestandteile sind Kälte und Durst.
Auch Hunger kann dazugehören. Nicht fehlen dürfen Schlaflosigkeit und Ungemütlichkeit.
Letztere lasst sich einfach herstellen. Sitzbiwaks sind die Regel. Natürlich auf einem abschüssigen, nassen Felsbalkon.
Stehbiwaks sind hart. Am härtesten ist es, wenn man nicht einmal stehen kann, sondern im Seilhängt.
Das Ganze würzen wir mit einem Schuss kaltem Wind,
ein paar Bröseln Stein- oder Eisschlag, wahlweise auch Regen
oder Schnee.
Eine ganze Nacht lang stehen oder sitzen lassen.
Bitte kalt servieren. Fertig ist das Biwak.“

Naja ganz so war es nicht, aber Biwaks sind immer etwas Besonderes und man schläft nie sehr gut. Besonders toll fand ich die beiden scheinbaren Bergführeraspiranten, die gegen 22:30 Uhr zum Biwak kamen und sich in das ausgebuchte Biwak drängelten. Einer davon schlief nun mit seiner Schulter auf meinem Brustkorb. Keine Fragen wurden gestellt, es wurde sich einfach reingedrängelt. Ich persönlich habe nichts gegen Enge, aber man hätte sicher zur Entspannung der Lage beitragen können, wenn man kommuniziert hätte. Irgendwann war es meinem linken Nachbarn zu eng und ab da hatten wir wechselseitig die „Mauken“ im Gesicht, aber dafür mehr Platz. Von diesem Zeitpunkt an ging es auch einigermaßen mit schlummern. Es war aufgrund der Überfüllung unbändig warm im Biwak.

Als wir aufgestanden sind gab es Kaffee und Müsliriegel. Kurz nach 5 Uhr ging es dann Richtung Einstieg. Nach so einer Nacht hat man etwas zu tun in Tritt zu kommen. Am Einstieg angekommen Pickelten wir uns die ca. 40° steile Rinne Richtung Mayerlrampe hoch. Ich voran gen. Fels. Wir schlossen uns mit den Italienern zusammen, mit denen wir uns den Abend so gut verstanden haben. Wir wussten das der Zustieg zur Rampe der Teil war der am gefährlichsten war. Die objektiven Gefahren hießen hier Stein- und Eisschlag. Aber es war noch dunkel und kühl. Ab und an kamen kleine Spindrifts (Durch Wind oder die Schwerkraft rutschender und herumwirbelnder, feiner Schnee) die Rinne entlang.

Ich machte Stand am Fels zum Einstieg zur Mayerlrampe und wartete auf die anderen beiden. Die Italiener machten etwas unter uns Stand. Ich hatte mit Thomas abgesprochen, dass er vorsteigt und ich dann das Kombinierte Gelände im NW-Grat vorsteige. Er stieg vor, machte es souverän. Parallel stiegen wir mit den Italienern die recht preite Rampe empor. Es waren traumhafte Verhältnisse. Die Pickel flutschten ins Eis. Es war kompakt, kaum morsch und man konnte super sichern.
Eine Seillänge wollte ich auch in der Mayerlrampe führen. Gesagt getan, gesichert, umgebunden und weiter. Es war ein Traum. Das Wetter, die Verhältnisse, die Partner, die Ruhe…. Wahnsinn.

Wir tauschten dann wieder und Thomas ging die letzten beiden Seillängen.

Oben angekommen an der untern Glocknerscharte, machten wir Rast und ich bereitete mich auf den NW-Grat vor… ich kannte ihn schon, auch bei solchen Verhältnissen.
Es war eine herrliche kombinierte Kletterei. Weiter mit den Italienern kletterten wir genussvoll in einen, wie ich meine, schönsten Grate der Österreichischen Alpen. Rechts rum, links rum, oben rüber, über kleine schneegrate ziehen sich die kurzen Seillängen empor, bis sich die Sicht auf das höchste Gipfelkreuz Österreich freigegeben wird.

Ein tolles Gefühl endlich oben zu sein. Überglücklich klatschten wir uns erst gegenseitig und dann mit den Italienern ab und wünschten uns „Berg heil“.
Nach dem Gipfel ist vor dem Abstieg. Der Abstieg ist heikel aber gut zu sichern. Ich wusste das, da ich schon drei Mal oben war. Ich längte 30 Meter seil ab und band es ab und sicherte meine beiden Partner bis zum „Sattele“. Dann ging es seilfrei das gut gespurte Glocknerleitl runter. Ab der Adlersruhe schlossen wir uns mit den Italienern zu einer Gletscherseilschaft zusammen und machten uns auf den Weg Richtung Hofmannsweg. Dieser war schon gespurt. Der Gletscher aperer je tiefer man kam mehr und mehr aus. Am unteren steilen Stück war er aper. Dort legten wir ein zweimal nacheinander 120m Fixseil, da es zu heikel war dort als Seilschaft runter zu rumpeln. Thomas und ich setzten Erlerntes um und wir bauten schnell die Fixseile auf und gaben den Anderen Anweisungen. Unten am Gletscherfuß angelangt waren wir ziemlich schnell am Frühstücksplatz des Hofmannsweges und dann auch schnell unten auf der Pasterze. Langsam ging uns allerdings die Energie aus. Der Tag war lang.

Mit Einbruch der Dunkelheit waren wir am Parkhaus der Franz- Josefs-Höhe und verabschiedeten uns von den tollen Italienern. Danke ihr Beide, seid tolle Typen. Matteo und sein Freund fuhren nach Hause und wir gönnten uns einen Abend auf dem Glocknerhaus.

Gut geschlafen und super gefrühstückt verließen wir am nächsten Morgen das Domizil und fuhren gen München.

Danke an Thomas, Norbert, Matteo und sein Freund für diese tolle Tour.

Tag 1

Ich machte mich am 28.06. via Mitfahrzentrale Richtung München auf um dann mit dem Zug nach Salzburg zu fahren. Das klappt zumindest bis München Recht gut. Der Zug kam auch, aber fuhr nicht ab… Es waren mehrere Wagen im Bereich der Bremsen defekt, diese mussten abgehängt werden. So verzögerte sich die Fahr um 2,5 Stunden. In Salzburg dann doch irgendwann angekommen traf ich auf Stefan, mit dem ich die Tour unternahm.

Zügig fuhren wir ins Glocknergebiet ein. Die Nordseite der Hochalpenstraße zeigte sich noch recht winterlich, während nach dem Tunnel alles in leuchtendem Grün erstrahlte.

Am Glocknerhaus (2132m) angekommen packten wir die Rucksäcke um und machten uns auf den Weg. Hinuter zum Stausee (2000 müNN) führte uns der anschließende Aufstieg zur Stockerscharte (2442müNN) Richtung Salmhütte (2.644 müNN). Dort legten wir eine Pause ein bevor wir den schwersten Teil des Zustiegs meistern wollten. Nach der Pause ging es über die Hohenwartscharte (3182 müNN) immer auf die Erzherzog -Johann-Hütte (3454 müNN)  zu.

Der Weg zog sich ganz schön und die zunemende Höhe machte sich mehr und mehr bemerkbar. Schon beim Gletscherzustieg zur Scharte pusteten wir kräftig. Bei Ausstieg der Scharte war es gänzlich geschehen. Nun war Marschtaktik gefragt.

Ich teilte mir den weg immer in 40 Schritte ein bevor ich eine kurze Pause machte. Stefan ging es nicht ganz zu gut er macht ca 30 Schritte und pausierte. So schraubten wir uns mehr und mehr in die Höhe immer die nicht näher kommende Hütte vor Augen.
14 Uhr erreichte ich und 15 Minuten später Stefan die Hütte. Manchmal ist es wichtig, dass man seinen Rhythmus findet und beibehält. Dies kann man aber nur in leichten Gelände machen.

Wir brauchten für diese Mammuttour

Glocknerhaus – Salmhütte -> 7km , 747Hm -> 3h
Salmhütte – Hohenwartscharte -> 2km , 390Hm -> 2h
Scharte – Erzherzog-Johann-Hütte ->1,5km, 399Hm -> 1,5 h

Summe: 10,5 km, 1536 Hm in 6,5 Stunden

Das entspricht genau der Weg-Zeit-Berechnung des SAC für Bergwanderer und Bergsteiger (Zeit in Stunden = (Höhendifferenz in m / 400) + (Horizontaldistanz in km / 4).

Auf der Hütte angekommen sortierten wir das Material, bezogen das Matratzenlager und ruhten uns aus. Danach machten wir einen “Schlachtplan” für die kommenden Tage.

Nach dem wirklich guten Abendessen telefonierte ich noch mit Frau und Kindern und gegen 8 Lag ich dann in meinem Schlafsack.

Tag 2

Der Plan war den Stüdlgrat zu begehen. Die ganze Nacht hat der Wind geweht und geschneit. Die Temperaturen waren deutlich im Minusbereich. Dennoch machten wir uns nach dem Frühstück gegen 7 Uhr auf den Weg.
Zunächst ging es einen kleinen Steig hinunter ins Ködnitzkees.

 

Von dort ging es eine kleine Wand auf die Stelle, die den Stüdlgrat vom Luisengrat trennt. Man steht , wenn man oben ankommt auf dem Teischnitzkees.

Großglockner 2013 from Manuel Domann on Vimeo.

Von dort hielten wir uns rechts. Es war sehr windig und es hatte viel geschneit. Ich ahnte schon, dass es nicht einfach werden würde.
Durch leichtes 1-2er Gelände. Teils direkt am Grat kletternd (3) und noch immer mit Steigeisen an den Füßen, was sich auch aufgrund der Schneelage nicht ändern sollte. Die eine oder andere Stelle machte echt schönes, kombiniertes Klettern möglich. Ich fühlte mich wohl. Stefan musste sich erst an das Gelände gewöhnen, aber er tat was er konnte, biss und kraxelte. Es war nicht so einfach, da das Gelände durch den Schnee und Vereisung doch einiges von uns abverlangte. Zudem kam auch noch die Routenfindung dazu. wenngleich man auch dazu sagen muss, dass man sich letztlich nicht sehr verlaufen kann.

Der Grat erinnerte mich vom Gelände etwas an den Kuffnergrat. Die Abwechsunkg zwischen Block, Rinnen und Verschneidungskletterei machte wirklich Spaß. Ich versuchte ohne die teilweise angebrachten Fixseile zu klettern was mir auch gut gelang.

Die 3er Platten sind sehr unangenehm mit Steigeisen, man kann sie aber teils auch rechts umgehen, ist auf jeden Fall besser als ewig drauf rumzukratzen. Kurz vor der Rampe ist im verschneiten zustand eine wunderschöne Stelle die man an der Seite eine Grates entlangpickeln kann. Herrlich. (siehe Video).

Anschließend ist man schon fast am Gipfel. Vom letzten Stand aus kann man die Passage im 1-2er Gelände auch seilfrei gehen, wenn es die Voraussetzungen zulassen (Konsistenz des Untergrundes).

Am Gipfel verweilten wir etwas und waren glücklich es geschafft zu haben. Die Bedingungen im Fels an sich waren nicht optimal, aber das Wetter war Bombe. Der Abstieg ging schnell von statten. Stück für Stück sicherte ich Stefan runter . AB Scharte sind wir dann seilfrei das gut gespurte Kleinglocknerkees runter und weiter zur Hütte. Genau zum Abendbrot waren wir wieder da und ließen es beim Abendmahl und Weißbier gut gehen.

Tag 3

Am nächsten Tag sind wir noch die Südwand hoch bis zum NW-Grat, aber aufgrund des Verkehrs und dadurch, dass sich Stefan für eine NW-Grat Begehung noch nicht fit genug fühlte, pickelten wir uns eine andere Rinne der Südwand wieder runter.

Nach einem kleinen Hüttenaufenthalt bei dem wir unsere sieben Sachen zusammen packten, machten wir uns über das Hofmannsweg runter zur Pasterze und über den Gletscherweg – Pasterze zurück zum Glocknerhaus. Was für ein Tag.

Danke Stefan. Du warst Klasse und ein super Kamerad.

Eiger 2013

Posted: 4th Juni 2013 by Manuel in Berge, Eiger

Ja wir wagten uns ein weiteres Mal in den Berg. Diesmal hatten wir vor bessere Verhältnisse als die im Juni des Vorjahres vorzufinden, daher wählten wir eine frühe Zeit im Jahr. Der März sollte optimal sein. Wir buchten einen Flug, um Zeit zu sparen und nahmen dann den Zug bis Grindelwald Grund.

Wir hatten das Wetter der letzten 14 Tage beobachtet. Es hat kaum geschneit. Allerdings war Fön, wir wussten aber nicht um die Auswirkung in der Ecke und ob er dort so zugeschlagen hatte. Egal der Flug war eh gebucht.

Als wir vor Ort waren mieteten wir uns ins Mountain Hostel. Eine wie ich finde feine Unterkunft.

Am nächsten Morgen starteten wir, nach einem ausgiebigen Frühstück, mit der Bahn hoch bis zur Station Eigergletscher. Wir stiegen aus und machten uns auf den Weg. Schnell mussten wir feststellen, dass es sehr mühselig war. Der Schnee war pulverig und sehr tief, kaum gesetzt.

Dieser Zustand hielt und wir stiegen in den Vorbau ein. Es wurde nicht besser. Wir spurten hüfthoch durch den Vorbau, stiegen hier hoch, dort entlang.  Keine Verfirnung, nichts. Immer nur der gleich tiefe Schnee. Wir fluchten und ahnten was das bedeutete. Riesige Kraftanstrengungen und Zeitverlust.

Gegen 19 Uhr waren wir bis ca. 60 Hm unter das Stollenloch gekommen, was gerade mal 500 Hm waren. 500 Hm, im tiefsten unverfestigten Schnee.

Nach einem Biwak in einer Schneehöhle, angelehnt an einem Fels, ging es in kombiniertes Gelände. Wir kletterten ziemlich weit rechts von der original Route, aber die Linie schien machbar. In dieser Linie gab es stellen im ich schätze UIAA IV-V , schlecht abzusichern aber gut zu klettern. Das Wetter wurde wärmer. Auf 2600m waren es plötzlich um die 3 Grad. Das spielte uns nicht gerade in die Karten. Im Gegenteil, das erhöhte die Lawinengefahr in diesem doch sehr ausgesetzten Gelände.

Wir fanden kaum Haken zum sichern selber hatten wir auch welche mit aber eher ein gemischtes Arsenal. Das Gelände ging in das typische abwärtsgeschichtete Gestein über. Diese Passagen sind plattig, glatt und nur sehr, sehr schlecht abzusichern. Dauernd gingen uns die Haken aus, Friends hielten aufgrund der Schichtung und des Eises kaum in den spärlich vorhandenen Rissen. Wir suchten rechts und links… es wurde einfach nicht besser. Ich kletterte wieder ab und beriet mich mit Robert. Der Wetterbericht sagte zu diesem Zeitpunkt sagte das Wetter einen schlechten und dann gutes Wetter für 2,5 Tage voraus. Deswegen entschieden wir uns, dass wir abstiegen und wollten, so war es oben noch geplant durchs Stollenloch nochmal in die Route reinschauen.

Wir zogen uns zurück, runter gings super und übernachteten bei der Station Eigergletscher. Aber es kam dann anders als wir geplant hatten. Am nächsten Tag fuhren wir mit Schlitten ab ins Tal, was für ne Gaudi. Als wir uns unten dann gestärkt haben und mal alle Lagen analysiert haben, wussten wir, dass es nicht möglich war, ohne uns in größere Gefahr zu bringen, die Besteigung noch zu vollenden. Wir waren tief getroffen. Wieder einmal ein Rückschlag.

Der Eiger läuft nicht weg, sagten wir uns und beschlossen die Heimreise anzutreten.

Fazit: Es ist immer wieder schwer, gerade für Bergsteiger, die aus dem Norden kommen den richtigen Zeitpunkt abzufassen. 2012 im genau dem gleichen Zeitraum waren nahezu perfekte Verhältnisse und eine Seilschaft nach der anderen konnte den Gipfelerfolg genießen. Andererseits ist es auch immer wieder gut auch mal Niederlagen zu haben, die einen Defizite in der Planung und Vorbereitung zeigen, aber auch dass es halt Mutter Natur ist die immer wieder die Karten in der Hand hält.

Sicherlich werden wir wiederkommen. Bei besseren Verhälnissen um unser Gipfelglück zu suchen und uns einen Traum zu erfüllen.

trauriger Jahrestag

Posted: 8th März 2013 by Manuel in Bergssport, News

Heute vor einem Jahr sind Gerfried Gösch, Nissar Hussein und Cedric Hählen am Hidden Peak verschollen. Was passiert ist werden wir wohl nie erfahren, es sei denn sie werden irgendwann einmal gefunden.

Meine Gedanken sind bei den Familien und Angehörigen.

Hier ein Link, der die Geschehnisse zusammenfasst und zahlreiche Weiterführenden Links beherbergt

http://www.limmattalerzeitung.ch/schweiz/ihm-war-keine-wand-zu-steil-seine-letzte-tour-fuehrte-ihn-senkrecht-den-berg-hinauf-126030487

Und hier noch die Links der beiden deutschsprachigen Bergsteiger

http://www.expeditionsnews.ch/v3/

http://www.gerfriedgoeschl.at/

Meine erste OLYMPISCHE DISTANZ

Posted: 21st August 2012 by Manuel in Laufen, Sport, Triathlon

Die Neuauflage des Kallinchentriathlon sollte meine Chance darstellen endlich mal an einem Triathlon in Olympischer Distanz teilzunehmen.

Leider wurde ich davor etwas krank. Die Erkältung machte das Training nicht gerade einfacher.
Mit Schnupfen und Halsweh quälte ich mich aufs Fahrrad und die Laufstrecke. Nicht ganz volle Pulle fahrend und laufend, wollte ich doch wenigstens im Ausdauerbereich trainieren.

Am Freitag vor dem Kallinchentriathlon ging es mir schon wieder recht gut. Es war beschlossene Sache.

Ich fuhr Samstag nach Kallinchen und holte meine Startnummer. Samstagabend brachte ich dann noch das Auto meiner Frau mit der Wettkampftasche nach Kallinchen, da ich wusste, dass es Sonntag zum Chaos kommen würde. Aufgeregt ging ich 22:30 Uhr ins Bett. Die Nacht war leider nicht so wie ich sie mir vorgestellt habe. Meine Frau hatte zudem auch noch Bedenken bezüglich meines gesundheitlichen Zustands und dem Wetter (36°C) angemeldet.

Egal ich war bereit… wollte es einfach.

SONNTAG

05:30 Uhr aufstehen und gemütlich frühstücken.
07:10 Uhr Verabschiedung von Familie. Anschließend habe ich mich dann aufs Fahrrad

geschwungen und bin locker nach Kallinchen gefahren

08:00 Uhr Ich bin in Kallinchen eingetroffen, checkte mein Fahrrad ein und bereitete

mein Platz vor.

08:45 Uhr …. Kindertriathlon beobachtet …. wow die Kleinen geben jetzt schon mächtig Gas.

09:00 Uhr Meine Mutter und mein Sohn sind angekommen um mich anzufeuern. Kurze

Gespräche. Kurze Runde gegangen mit den Beiden.

09:30 Uhr Einweisung in den WK

10:00 Uhr Startschuss!!!

Völlig nervös starte ich ins Wasser und überpacete erst einmal. Von außen betrachtet muss das Schauspiel atemberaubend ausgesehen haben. Mich erinnert so was immer an eine Horde Piranhas die eine Kuh im Wasser fressen. Egal ich brauchte knapp die Hälfte der Distanz von 1,5 km um in meinen Rhythmus zu kommen und erkannte, dass ich mehr schwimmen hätte üben müssen. 2. Runde der Distanz lief super Rhythmus gefunden und weggeschwommen.

10:35 Uhr Wechsel aufs Rad… ich kam gut in Schwung, wollte aber nicht zu viel, teilte mir die Strecke ein. Im Nachhinein muss ich sagen es wären noch ca. 5 Minuten mehr drin gewesen. Ich pegelte mich bei etwa 35km/h ein und überholte viele Fahrer. Ich war guter Dinge ….

11:45 Uhr Wechsel auf die Laufstrecke. Es war ein Backofen, dennoch habe ich schnell ins Laufen gefunden. Es war aber einfach nur brütend heiß. Ich lief ca. 12 km/h (5er Pace). Die Hitze machte sichtlich allen Läufern zu schaffen. Schmerzverzerrte Gesichter überall, gehende Läufer. Man nutzte jede Möglichkeit zu trinken und eine Dusche zu nehmen, die freundlicher Weise von den Anwohnern in Form von Gartenschläuchen zur Verfügung gestellt wurden. DANKE hierfür.

1. Runde war okay.

2. Runde wurde irgendwie ziemlich lang, die

3. Runde ging dann komischer Weise wieder recht gut, sodass ich nochmal etwas Pace machen konnte. Dann der Endspurt. Ich bog Richtung Stadion ein, ich war stolz, gleich geschafft, gleich sehe ich mein Sohn und er ist stolz auf mich, genauso wie meine Mutter stolz auf mich sein wird….. ich hatte das Gefühl, dass die ganze Welt in diesem Moment auf mich schaute. Ich fühlte mich stark und war den Glückstränen nah…. dann die Erlösung … die Ziellinie.

Ich war fertig, stolz, geschafft, glücklich, nahm meinen Sohn in den Arm, sah Henry, einen meiner besten Freunde, er war auch da und nahm auch ihn in den Arm. Die Welt lag mir in diesem Moment zu Füßen. Was für ein toller Wettkampf.

1,5km schwimmen, 39km Rad fahren, 10 km Laufen:

Bilanz: 94. Platz(m)

AK30, AK(Platz) 17;

Zeit Gesamt: 2:33:12;

Zeit Schwimmen(150m) 0:34:55(Platz 169);

Zeit Fahrrad(39km) 1:10:00(Platz 93);

Zeit 10km laufen: 0:48:17(Platz 85);

Rückstand auf den 1. 00:35:25

RESUMEÉ: Eine gut durchorganisierte Veranstaltung, das herrliche Wetter und die vielen tollen Zuschauer machten aus meinem 1. Triathlon Olympischer Distanz das Erlebnis was ich mir erhofft und erträumt habe. Danke an die Organisatoren und die Sponsoren und vor allem an meine Familie und die zahlreichen Zuschauer. Ich bin nächstes Mal wieder dabei!